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DATENSPEICHERUNG
spektrum.de | Autor: Jan Dönges

DNA bietet phänomenale Speichermöglichkeiten: Alles Wissen der Welt ließe sich in einer Tasse Erbgut unterbringen – vorerst aber nur im Prinzip.

Moderne Speichermedien haben eine extrem kurze Zugriffszeit – aber leider auch eine nur ebenso kurze Halbwertszeit. Innerhalb weniger Jahre verschwindet beispielsweise der Inhalt eines USB-Sticks auf Nimmerwiedersehen. Seit einiger Zeit bringen Wissenschaftler darum künstliche DNA als Datenträger ins Gespräch. Denn das Erbgutmolekül hat fast nur Vorteile, was Langzeitspeicherung angeht: Unter anderem erlaubt es eine fantastische theoretische Datendichte von einem Exabyte pro Kubikmillimeter, also einer Milliarde Gigabyte, zudem bleibt es in halbwegs geeigneter Form aufbewahrt über Jahrtausende lesbar.

Die Idee besteht darin, wichtige digitale Daten in Form einer Abfolge der DNA-„Buchstaben“ A, C, G und T zu verschlüsseln, eine entsprechende Sequenz im Labor herzustellen und das Produkt dann für die kommenden Generationen aufzubewahren. Wie man dabei im Detail vorgeht, ist allerdings nicht klar. So hat die Speicherung in DNA eine vergleichsweise hohe Fehleranfälligkeit. Es gilt darum, die Daten so zu kodieren, dass Fehler ausgeglichen werden können. Dadurch sinkt die tatsächlich verfügbare Speicherdichte. Zudem müssen Möglichkeiten geschaffen werden, in einer großen Menge von DNA-Molekülen die gewünschten möglichst ökonomisch herauszufischen. Denn das Lesen der Erbgutsequenz kostet nach wie vor viel Zeit – die „Zugriffszeit“ dieses Mediums bemisst sich eher in Form von Werktagen als Millisekunden, wie beim Flash-Speicher. Durch zusätzlich angehängte Adressierungs- und Indizierungsschnipsel sinkt erneut die Speicherdichte unter den theoretisch erreichbaren Wert. Weiterlesen

Mit freundlicher Genehmigung …
Autor: Jan Dönges
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